Annedore Leber und ihre Zeitschrift Mosaik, 1947-1949

„Annedore heisst sie nämlich und es passt.“[1]

Diesen Satz schrieb die Kreisauerin Freya von Moltke über die Widerstandskämpferin, Journalistin, Verlegerin und Politikerin Annedore Leber. So ungewöhnlich der Name, so ungewöhnlich die Frau. Sie ist heute fast vergessen, allenfalls noch bekannt als die Witwe des sozialdemokratischen Widerstandskämpfers Julius Leber. Das wollen wir ändern.

Annedore Leber war selbst im Widerstand aktiv; vor allem aber war sie nach dem Krieg diejenige, welche die Erinnerung an den Widerstand – in Westdeutschland – hochhielt. Sie war die „Nachlassverwalterin“ des deutschen Widerstands, eine selbstgestellte und keine leichte Aufgabe in einer Gesellschaft, die die Widerstandskämpfer und -kämpferinnen als Landesverräter betrachtete. Leber stemmte sich unbeirrt dagegen, mehr noch, sie wollte das Erbe des Widerstands für die neue deutsche Demokratie fruchtbar machen.

Dazu diente ihr u. a. die Zeitschrift Mosaik. Getarnt als Frauenzeitschrift mit Schnittmustern, Rezepten und viel praktischer Lebenshilfe für den Frauenalltag in den Trümmern der Nachkriegszeit, war das Magazin zugleich eine politische Monatsschrift, die einen klar erkennbaren Auftrag hatte: Erziehung zur Demokratie. Und dafür brauchte es Demokraten – und Demokratinnen! Mosaik wollte vor allem Frauen ermutigen, sich für den Aufbau der neuen Gesellschaft zu engagieren und durchaus auch politische Verantwortung zu übernehmen.

Damals so wichtig wie heute; Mosaik ist nicht nur eine ergiebige historische Quelle, sondern kann auch Anregung sein: Lassen Sie sich erfrischen! Nehmen Sie ein Quellenbad.

Auf diesen Seiten finden Sie folgende Artikel:

  1. Eine Biographie von Annedore Leber
  2. Ein Glossar zur Nachkriegszeit, der Entstehungszeit der Zeitschrift
  3. Einen Artikel zur Presselandschaft der Nachkriegszeit
  4. Die Zeitschrift „Mosaik“ samt Regesten zur Orientierung.

 

[1] Freya von Moltke im Oktober 1958 an Eugen Rosenstock-Huessy in Vermont. Nachlass Freya von Moltke, Deutsches Literaturarchiv Marbach.

Advertisements