Über uns

Studierende des B.A.-Studiengangs Geschichte am Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Georg-August-Universität Göttingen haben sich im Wintersemester 2015/16 in einem Projektseminar mit Annedore Leber und ihrer Zeitschrift Mosaik befasst.

Annedore Leber war nicht nur die Frau des sozialdemokratischen Widerstandskämpfers Julius Leber, der noch Anfang 1945 hingerichtet wurde, sondern auch eine Widerstandskämpferin aus eigenem Recht, die, so Leber selbst 1947, im „Mittelpunkt des Geschehens“ gestanden habe „und aufs höchste gefährdet“ gewesen sei.* Das Ehepaar Leber gehörte dem großen zivilen Unterstützerkreis Stauffenbergs an, dessen Attentat den Staatsstreich auslösen und den Weg für ein neues, vom Tyrannen befreites Deutschland freimachen sollte.

Der Umsturz mißlang, Deutschland wurde von den Alliierten befreit, die beim Aufbau eines neuen, friedlichen, demokratischen Staates zunächst (!) auf ehemalige Verfolgte zurückgreifen konnten, wollten und mußten. Annedore Leber war entschlossen, ihren Teil zum Wiederaufbau der deutschen Demokratie zu leisten. Ihr Mann war ermordet worden, die Ideen, für die sie beide gekämpft hatten, lebten weiter und sollten jetzt endlich umgesetzt werden. Die Zeitschrift Mosaik war ein erster Schritt in diese Richtung, sie war Erziehung zur Demokratie.

Wir wollen diese überraschend moderne, vielseitige Monatsschrift, die man den heutigen Lesern und Leserinnen am besten salopp als eine Mischung aus Brigitte, Emma und Spiegel vorstellen kann, bekannt machen. Da sie lediglich in dem verhältnismäßig kurzen Zeitraum von Herbst 1947 bis Sommer 1949 erschien, liegen insgesamt nur 22 Nummern vor. Vollständige Ausgaben dieser Zeitschrift gibt es nur noch in zwei Bibliotheken in Deutschland. Sie wurde auf dem qualitativ schlechten Nachkriegspapier gedruckt, das nach 70 Jahren bei jeder Berührung zu bröckeln beginnt. Daher ist es unser Ziel, dies Periodikum bereitzustellen, um es allen Interessierten zugänglich zu machen. Das Lebersche Mosaik bietet ein aufregendes Panorama der frühen Nachkriegszeit, und wir wünschen uns, dass es, nicht nur an Schulen und Universitäten, weite Verbreitung findet.

Wir danken dem Julius und Annedore Leber-Archiv.

Mitgearbeitet haben (in alphabetischer Reihefolge): Julian Broll, Dr. Frauke Geyken, Sarah von Hagen, Hendrik Lehmkuhl, Tim Rose, Ben van Treek.

* Zitat aus dem Nachlass Annedore Leber, Bundesarchiv Koblenz, maschinenschriftlicher Lebenslauf ohne Datum.

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